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Verrostetes Zippo mit Ballistol restauriert

Zippo verrostet Bei einem Spaziergang am Luegsteinsee in Bayern haben wir ein Zippo Feuerzeug gefunden, das dort jemand verloren hatte. Der Besitzer hat seinen Namen eingravieren lassen. Demnach gehört das Zippo Armin Fritz. Außerdem wurde in einer Gravur gratuliert. Wer nachweisen kann, dass der Armin Fritz heißt und weiß, wozu auf dem Zippo gratuliert wurde, kann sich gerne melden um sein Zippo zurück zu bekommen.

Der Zustand beim Auffinden

Auf dem Foto ist gut zu erkennen, dass der Rost nicht nur Oberflächlich sondern teilweise schon profund war. Das Feuerzeug lag in einer nassen Wiese und war schon etwas „eingewachsen“. Den Matsch und Dreck haben wir für das Foto schon vorher entfernt. Der Mechanismus (Feder und Schraube) für den Feuerstein war nicht angegriffen und konnte unbehandelt bleiben. Das Gehäuse besteht aus rostfreiem Material und hatte nur ein paar, wenn auch hartnäckige Flecken und Kratzer.

Am schlimmsten betroffen war der obere Teil des Feuerzeuges. Insbesondere das Zündrad war massiv verrostet und wies Ausblühungen auf, die es so unrund machten, dass es auch dann nicht mehr hätte gedreht werden können, wenn es nicht ohnehin festgefressen gewesen wäre. Aber auch der Windschutz und der übrige Teil des oberen Bereichs waren schon stark angegriffen.

Die Restaurierung

Zunächst haben wir das Zippo zerlegt und die vom Wasser vollkommen durchnässte Watte entfernt. Diese und den Docht haben wir nicht ersetzt sondern einfach nur getrocknet. Ziel war es, das Feuerzeug möglichst ohne mechanische Arbeit wie polieren oder schleifen nur mit unseren eigenen Ölen zu restaurieren.

So sind wir vorgegangen:

Zunächst haben wir beide Teile in Ballistol „gebadet“. Da Messingteile enthalten sind, haben wir dieses Ballistol-Bad auf einige Stunden beschränkt. Warum die wichtig ist, können Sie unter Ballistol und Messing nachlesen. Dadurch waren aber die Fremdbestandteile soweit gelöst, dass nun nur noch mit unseren rostlösenden bzw. Kriechölen gearbeitet werden musste. Grundsätzlich haben wir überlegt, ob wir Usta oder Gunex nehmen sollten. Wir haben uns dann für Usta entschieden, da hier die rostlösenden Eigenschaften noch stärker ausgeprägt sind. Gunex besitzt das höhere Kriechvermögen (geringere Viskosität und geringere Oberflächenspannung), was aber aufgrund der groben und für das Öl daher gut zugänglichen Strukturen nicht so wichtig war. Mehr dazu können Sie auch unter Unterschiede bei Ölen lesen.

Beide Teile wurden daher in Usta eingelegt. Eigentlich wollten wir nach 24 Stunden das Ergebnis ansehen. Wir haben uns erst eine Woche später an das Experiment erinnert und die beiden Teile aus dem Ölbad befreit. Der Rost lies sich einfach mit einem Baumwolltuch abwischen. Für die kleinen Zwischenräume haben wir das Tuch um ein Röhrchen gewickelt und auch dort nur abgewischt. Das am stärksten verrostete Teil war wie beschrieben das Zündrädchen. Es sah auch wieder sehr gut aus. Es lies sich auch drehen, hakte aber an einer Stelle noch etwas aufgrund einer massiven Ausblühung. Da es auch mit dem Tuch nur schwierig abzureiben war ohne die Niete zu stark zu belasten, verwendeten wir auf der Poliermaschine das weichste Tuch (Molton) und hielten es für wenige Sekunden ganz leicht an die rotierende Moltonscheibe. Fertig!

Die getrocknete Watte haben wir wieder eingesetzt und mit Benzin getränkt. Das Ergebnis ist erstaunlich gut. Ohne mechanische Hilfsmittel konnte der massive Schaden allein mit Ballistol und Usta behoben werden.

Zippo restauriert