Zecken Risikogebiete Zecken Risikogebiete

Zecken Risikogebiete 2021 – Informationen zu FSME und Borreliose

Die wichtigsten Veränderungen für 2021 auf einen Blick

  • Im Jahr 2020 wurde mit 704 FSME-Erkrankungen die bislang höchste Anzahl an Erkrankungen seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet.
  • Fünf neue Kreise sind als Risikogebiet ausgewiesen worden.
  • Nach dem Landkreis Emsland (2018) wird mit dem Stadtkreis Dessau-Roßlau zum zweiten Mal ein nördlich gelegenes Gebiet FSME-Risikogebiet.

Quelle: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 9 / 2021

2020 war das Jahr mit Lockdown und vielen anderen Einschränkungen. Der Spaziergang in der Natur war für viele von uns eine Möglichkeit, ein Stück Abstand zu gewinnen. Leider hatte auch dies nicht nur positive Auswirkungen. Wir berichten an dieser Stelle Jährlich über die Aktualisierung der, durch Zecken übertragenen Krankheit FSME. Und so gibt es mit dem Zitat des RKI über die bislang höchste Zahl an Ansteckungen mit dem FSME-Virus im Jahr 2020 leider einen Negativ-Rekord zu melden.

Wer sich über Zeckenrisiko-Gebiete informieren möchte, läuft Gefahr, die Informationen falsch zu interpretieren. Denn mit dem umgangssprachlichen Begriff Zecken-Risikogebiete sind eigentlich die FSME Risikogebiete gemeint – also die Gebiete, in denen Gefahr besteht, durch einen Zeckenstich mit dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis infiziert zu werden. Tatsächlich werden durch Zecken aber auch andere Krankheiten übertragen. Die bekannteste davon ist die Borreliose, die flächendeckend also in allen Teilen Europas und Deutschlands übertragen wird. Das bedeutet, wer außerhalb eines FSME Risikogebietes (im Internet oft auch als „Zecken-Risikogebiet“ bezeichnet) wohnt, befindet sich dennoch in einem „Zeckenrisikogebiet“, da mindestens die Borreliose auch dort übertragen werden kann. Denn die Borreliose kann in allen Teilen Deutschlands auftreten und nicht nur regional begrenzt, wie dies für FSME der Fall ist. Hier finden Sie mehr Informationen über FSME und Borreliose.

Wegen der flächendeckenden und nicht nur regional begrenzten Risiken bei Borreliose sollte überall auf Zeckenschutz geachtet werden, der nicht nur in der Anwendung von Zeckenschutzmitteln besteht.

Zur Verdeutlichung dieser Argumente sollen noch mal die beiden folgenden Karten dienen.

Borreliose Risikogebiete
FSME Risikogebiete


Zeckenrisiko-Gebiete

Die FSME Risikogebiete und deren Veröffentlichung durch das Robert Koch-Institut (RKE) sind vor allem eine Empfehlung für die Bewohner und Besucher der betroffenen Regionen, sich gegen FSME impfen zu lassen. Darüber hinaus dient diese Information z.B. Ärzten, um sich in Bezug auf Diagnostik und Therapie auf die Patienten einzustellen bzw. sich für die kritische Würdigung der Symptomatik zu sensibilisieren.

Wenn diese Informationen im Internet und unter Nicht-Fachleuten diskutiert werden, mutieren die FSME Risiko-Gebiete mitunter zu Zeckenrisikogebieten. Selbst große und renommierte Tageszeitungen sprechen unkritisch und irreführend von Zecken-Risikogebieten und sorgen so dafür, dass Menschen sich in falscher Sicherheit wägen.

Das ist riskant. Die Tatsache, dass Sie nicht im FSME-Gebiet wohnen bewahrt nicht davor, von den flächendeckend vorhandenen, mit Borrelien infizierten Zecken gestochen zu werden.

Um es klar zu sagen: Zecken-Risikogebiet ist überall. Denn erstens gibt es überall Zecken und zweitens gibt es überall auch Zecken, die den Erreger der Borreliose übertragen können. FSME Risikogebiete sind allerdings noch vorwiegend im Süden Deutschlands und im südöstlichen Thüringen zu finden. Gegen diese Krankheit kann und sollte man sich impfen lassen.

FSME Risikogebiete

Insgesamt besteht laut Robert Koch-Institut ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in folgenden Regionen Deutschlands:

Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen als nördlichstes deutsches Risikogebiet.

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jährlich aktualisierte Karten, in denen die FSME Risikogebiete gekennzeichnet sind. Diese Karten sind aber nur ein Teil der ausführlichen Erläuterungen des RKI. Denn tatsächlich können die Karten nicht unterhalb der Kreisebene differenziert betrachtet werden, da die Meldepflicht von FSME-Erkrankungen nur auf Kreisebene besteht und die Fälle demnach auch nur auf Kreisebene erfasst werden. Da die Häufungen von, mit Erregern infizierten Zecken (sogenannte Herde) auch in sehr kleinen Gebieten auftreten, kann es in großen Kreisen mit einem insgesamt geringen Risiko vorkommen, dass in Teilen solcher Landkreise höhere Risiken bestehen, als dies die Karte auf Kreisbasis anzeigen kann.

Hier können Sie schnell selbst feststellen, ob Sie in einem FSME Risikogebiet wohnen oder ob Ihr Urlaubsziel in einem FSME Risikogebiet liegt.

Hier können Sie schnell selbst feststellen, ob Sie in einem FSME Risikogebiet wohnen oder ob Ihr Urlaubsziel in einem FSME Risikogebiet liegt.

PLZ:


Im März 2021 hat das RKI für den Zeitraum bis 2020 169 Kreise als FSME Risikogebiete klassifiziert.

Fünf neue FSME Risikogebiete 2021

Nachdem im Jahr 2018 erstmalig ein Kreis in Niederschachsen als FSME-Risikogebiet ausgewiesen wurde, wurde nun ein zweiter Kreis zum Risikogebiet erklärt, der deutlich nördlicher liegt als die bislang als FSME-Risikogebiet eingestuften Regionen. Es handelt sich um den Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Die meisten Risikogebiete liegen aber immer noch vorwiegend in den südlichen Regionen Deutschlands.

Im Jahr 2021 kommen nun insgesamt fünf neue Risikogebiete hinzu. Bis auf den Stadtkreis Dessau-Roßlau grenzen alle neuen FSME Risikogebiete an bereits bekannte Risikogebiete: Dies sind jeweils ein Kreis in Bayern (Dillingen a. d. Donau), Hessen (LK Fulda), Sachsen (LK Mittelsachsen), Thüringen (LK Weimarer Land) und der schon erwähnte Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt.

Damit sind Stand März 2021 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert

Robert Koch-Institut rät zur Aufmerksamkeit in ganz Deutschland.

Da auch in Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet wurden, sollten Ärzte in ganz Deutschland bei Patienten mit entsprechenden Symptomen auch die Möglichkeit einer FSME-Infektion denken.

Das RKI berichtet zudem über stagnierende und teilweise sogar rückläufige Impfquoten in den Risikogebieten obwohl durch eine FSME-Impfung die Erkrankung verhindert werden kann.

FSME Risikogebiete

Die Verteilung der Risikogebiete sieht daher aktuell folgendermaßen aus:

Mein Wohnort ist kein FSME Risikogebiet. Kann ich sicher sein, dass ich hier nicht von einer infizierten Zecke gestochen werde?

Nein, vereinzelte FSME-Fälle gibt es fast in ganz Deutschland. Vereinzelt bedeutet, dass diese Gebiete nicht als Risikogebiet ausgewiesen werden. Zwischen 2002 und 2020 wurden 217 solcher Fälle registriert. Ein Risikogebiet ist ein Gebiet mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, von einer Zecke mit dem FSME-Erreger infiziert zu werden. Daher ist es ratsam, während der Zeckensaison unabhängig vom Wohnort oder Urlaubsort auf FSME-Symptome zu achten.

Fazit

Anhand der Karten zu den FSME Risikogebieten kann individuell abgeschätzt werden, ob eine FSME-Impfung sinnvoll ist. Auf jeden Fall sollten geeignete Zeckenschutzmittel verwendet werden.

Wegen der flächendeckend vorhandenen Risiken, mit Borreliose-Erregern infiziert zu werden, gegen die es keine Impfung gibt, sind ein wirksamer Zeckenschutz und die richtige Entfernung von Zecken zu empfehlen.



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